Elbphilharmonie

Elbphilharmonie in Hamburg: Alles, was Ihr für Euren Besuch wissen müsst

Seit im Januar 2017 die Elbphilharmonie eröffnet wurde, ist sie ein absolutes Muss für jeden Hamburg-Touristen. Ist ja auch schön geworden, unsere Elphie, auch wenn sie vielleicht ein bisschen kostspielig war. In diesem Beitrag erfahrt Ihr alles, was Ihr für Euren Besuch in der Elbphilharmonie wissen musst.

Was ist die Elbphilharmonie überhaupt?

Mehr als ein Konzerthaus: Hotel, Wohnhaus, Tourismusmagnet

Zunächst einmal ist die Elbphilharmonie ein Konzerthaus. In ihrem Inneren verbergen sich zwei Konzertsäle, darunter der schon jetzt berühmte große Konzertsaal, der nach dem Weinbau-Prinzip aufgebaut ist und in dem auch die große Orgel mit 4765 Pfeifen steht. Die Gestaltung des Saals soll dafür sorgen, dass jeder der 2100 Besucher ein gleich gutes Klangerlebnis hat -tatsächlich wird die Akustik im Allgemeinen sehr gelobt. Daneben gibt es für Musikfreunde noch den kleinen Saal mit einer flexiblen Bestuhlung und zwei Studios, Kaistudios genannt, in denen auch Workshops beispielsweise für Kinder abgehalten werden.

Aber die Elbphilharmonie ist noch mehr: ein Luxushotel mit 244 Zimmern und Wellnessbereich, ein Restaurant sowie weitere Gastronomie, Wohnungen, Büroräume und eine Garage finden sich ebenfalls im Gebäude. Und nicht zuletzt ist die Elphie das neue Wahrzeichen Hamburgs, eine Tourismusattraktion. Ihre Plaza ist eine der schönsten Aussichtsplattformen über der Stadt und zieht Tausende Besucher an.

Wie komme ich zur Elbharmonie?

Die Elbphilharmonie liegt in der Hafencity auf einer der Kaizungen, genauer gesagt an der Spitze des Kaiserkais. Generell gilt: Wer erstmal im Hamburger Hafen ist, findet sie auch, das Gebäude ist ja nicht zu übersehen. Auch wer die typische Touristenroute vom Rathaus über Deichstraße in Richtung Speicherstadt läuft, kommt am Konzerthaus mehr oder weniger vorbei.

Die meisten Besucher, die die Elbphilharmonie direkt ansteuern, nutzen vermutlich die U-Bahnlinie U3, fahren bis zur Station Baumwall und laufen von dort die paar Schritte zum Konzerthaus. Verfehlen ist praktisch unmöglich. Eine nette Alternative ist es, mit der U4 bis zur Station Überseequartier zu fahren und von dort an der sehenswerten Architektur der Hafencity vorbei in Richtung Westen zu laufen. Auch hier gilt: Verlaufen geht im Grunde nicht. Wer mit dem Bus anreisen will: Die Elbphilharmonie hat eine eigene Bushaltestelle mit dem Namen Am Kaiserkai/Elbphilharmonie. Die Linie 111 hält hier. Von der Haltestelle aus sind es nur ein paar Schritte bis zum Gebäude.

Mein Tipp: ab Landungsbrücken die Fähre 72 bis zur Elbphilharmonie nehmen

Für mich die schönste Möglichkeit, zum Konzerthaus zu kommen, ist die Fähre. Wer mit der Fährlinie 72 von den Landungsbrücken bis zum Fähranleger Elbphilharmonie fährt, hat vom Wasser aus einen der schönsten Blicke auf das imposante Gebäude.

Wie kann ich die Elbharmonie besuchen? Und was kostet ein Besuch?

Die elegantesten, allerdings auch kostspieligsten Wege, um die Elbphilharmonie zu besuchen, sind eine Zimmerbuchung im Luxushotel Westin oder aber der Kauf von Konzerttickets – an die aber schwer heranzukommen ist. Eine gute Nachricht für Besucher ohne dicken Geldbeutel: Teile der Elbphilharmonie stehen allen offen – und das kostenlos. Die Plaza, das ist die große Freifläche zwischen dem historischen Speichergebäude, das das Fundament des Konzerthauses bildet, und dem großen Glaspalast, der sich darüber erhebt, ist absoluter Besuchermagnet. Rund um die vor Wind und Wetter geschützte Plaza führt ein Außengang einmal um das gesamte Gebäude herum, der wunderbare Ausblicke über Hamburg bietet.

Der Zutritt zur Plaza ist kostenlos, ein Ticket braucht Ihr trotzdem

Auch wenn der Zugang zur Plaza und zu Teilen der Elbphilharmonie (allerdings nicht in die Konzertsäle) kostenlos ist, braucht Ihr ein Ticket. Hintergrund sind Brandschutzbestimmungen, habe ich einmal auf einer Baustellenführung durch die Elbphilharmonie gelernt. Im Notfall kann nur eine bestimmte Anzahl Menschen rechtzeitig evakuiert werden. Also wird über die Eintrittskarten zur Plaza eine Zugangskontrolle erreicht und sichergestellt, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig im Haus unterwegs sind. Ein Ticketcenter für die Plaza befindet sich im Erdgeschoss, unmittelbar neben dem Zugang, ein zweites in der gegenüberliegenden Straße im Elbphilharmonie-Besucherzentrum (in dem man auch weitere Informationen bekommt). Dort ist meist deutlich weniger los als an den Schaltern direkt vorm Eingang, vor denen sich schon mal lange Schlangen bilden. Außerdem gibt es noch Ticketautomaten.

Es gibt übrigens auch Führungen durch die Elbphilharmonie. Hier ist aber Vorsicht angebracht: Kommerzielle Anbieter können während der Tour den großen Konzertsaal nicht zeigen, das Herzstück der Elphilharmonie. Damit sind solche Touren für mich rausgeworfenes Geld. Nur bei Führungen, die die Elbphilharmonie selbst anbietet, wird auch der Konzertsaal gezeigt. Diese Touren finden aber nur sehr sporadisch und zu etwas schrägen Zeiten statt und sind schon immer lange im Voraus ausgebucht. Dafür gibt es sie auch auf Englisch.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Besuch auf der Plaza?

Die Elbphilharmonie ist derzeit die Top-Attraktion in Hamburg, entsprechend voll ist es. Auf den Tickets für die Plaza ist daher auch immer ein Zeitslot aufgedruckt, in dem die Karten den Zutritt gewähren. Und dieser Zeitslot kann schon mal zwei Stunden oder mehr in der Zukunft liegen. Wer keine weiteren Termine an dem Tag hat, für den ist das kein Problem. In der Nähe der Elbphilharmonie gibt es mit der Speicherstadt, der Hafencity und den Landungsbrücken genug zu sehen, um eine oder zwei Stunden zu überbrücken. Besucher mit Musicalkarten oder Ähnlichem bekommen aber vielleicht ein Problem, weil die Zeit zu knapp wird.

Die Plaza ist bis Mitternacht geöffnet – perfekt für Nachtfotos vom Hafen

Ich bin bisher immer ohne Wartezeit auf die Plaza gekommen, einfach indem ich die Stoßzeiten gemieden habe (was zugegebenermaßen für mich als Hamburgerin relativ einfach ist). Am Wochenende ist es immer voll. Ansonsten sind Zeiten mit einem hohen Besucherandrang der späte Vormittag und der Nachmittag rund um 15 Uhr. Ein guter Zeitpunkt für einen Besuch ist 9 Uhr, also gleich nach der Öffnung. Ansonsten wird es am späten Nachmittag ruhiger, wenn die Touristen zum Essen gehen. Meiner Meinung nach lohnt sich ein Besuch besonders kurz vor Sonnenuntergang. Dann habt Ihr von der Plaza aus in Richtung Westen den schönsten Blick auf die Elbe, die Landungsbrücken und den Sonnenuntergang überhaupt. Und je nach Jahreszeit ist dann auch wenig los. Die Plaza ist übrigens bis Mitternacht geöffnet – perfekt für Nachtfotos vom Hafen.

Tipp : Es gibt die Möglichkeit, Plaza-Tickets bis zu 18 Wochen im Voraus zu buchen – entweder an den Kassen oder im Internet. Dann wird eine Buchungsgebühr von 2 Euro fällig.

Und wie komme ich an Konzerttickets?

Karten auf dem Schwarzmarkt: sagenhaft überteuert

Derzeit könnte auch ein ostsibirisches Blockflöten-Orchester in der Elbphilharmonie spielen – der große Konzertsaal wäre ausverkauft. Und das bei durchaus happigen Preisen. Jeder will Konzerttickets haben. Entsprechend schnell sind die dann auch weg. Viele der Karten landen auch auf dem Schwarzmarkt, zu sagenhaft überteuerten Preisen.

Wenn Ihr ein Konzert in der Elbphilharmonie besuchen wollt, geht Ihr am besten über die offizielle Seite des Veranstalters, auf dem auch das Programm veröffentlicht wird. Zudem gibt es zahlreiche Vorverkaufstellen in der Stadt: in der Elbphilharmonie selbst, aber auch im Brahms Kontor gegenüber der Laeiszhalle, in der Mönckebergstraße im Elbphilharmonie Kulturcafé am Mönckebergbrunnen und an vielen anderen Stellen. Außerdem verkaufen natürlich auch verschiedenen Ticketbroker Eintrittskarten.

Was gibt es in der Elbphilharmonie zu sehen?

Vor allem bietet die Plaza einen wundervollen Ausblick auf Hamburg. Der Außengang führt einmal um das gesamte Gebäude herum und ist vollständig zugänglich. Besonders lohnt sich der Blick nach Westen die Elbe hinauf – gerade in den Abendstunden, wenn dort die Sonne untergeht. Die westliche Plattform ist daher auch besonders groß und gut besucht. Aber auch nach Osten in Richtung Elbbrücken, nach Süden auf den Industriehafen und nach Norden auf die Innenstadt bietet die Plaza interessante Einblicke.

Die Fahrt mit der „tube“ dauert über zwei Minuten

Spannend sind in Inneren die verspiegelten Glasflächen, mit denen der Plaza-Innenraum vom außenliegenden Umgang abgetrennt sind. Sie sind ein beliebtes Fotomotiv. Ebenso die 82 Meter lange Rolltreppe, „tube“ genannt, mit ihren funkelnden Glaspaletten (die Fahrt dauert über zwei Minuten). Oben gelangt der Besucher an ein Panorama-Fenster, das den ersten tollen Ausblick auf die Elbe in Richtung Westen bietet. Außerdem befindet sich auf dieser Ebene das Störtebeker, Bar und Restaurant in einem (Reservierung empfohlen).

Über eine zweite, deutlich kürzere Rolltreppe geht es dann zur eigentlichen Plaza, dem Foyer der Konzertsäle. Hungrige Besuchen finden hier noch ein Café und ein Restaurant, Souvenirjäger können sich im Elbphilharmonie Shop eindecken.

Wie hoch ist die Elbphilharmonie?

Das Gebäude ist 110 Meter hoch, im Osten 68 und im Westen 22 Meter breit. Die Plaza befindet sich auf einer Höhe von 37 Metern. Das Backsteingebäude, das den unteren Teil des Konzerthauses bildet, ist übrigens ein alter Kaispeicher, in dem früher Waren wie Kaffee, Tee und Kakaobohnen gelagert wurden.

Wie teuer war der Bau?

Achtung, festhalten: Der Bau der Elbphilharmonie hat nach offiziellen Angaben 789 Milllionen Euro gekostet. Bei der Zahl bekommen nicht nur Hamburger Schnappatmung. Ursprünglich war von 186 Millionen Euro  die Rede. Für die Kostenexplosion und auch die Verzögerungen beim Bau (geplant war die Eröffnung für 2010) gab es verschiedene Gründe. Zum einen war da der Wunsch, ein Konzerthaus der Superlative zu errichten. Das hatte eine besondere Konstruktion des Großen Saals zur Folge, der quasi im Gebäude schwebt. Die Wände des Saals wurden nach akustischen Gesichtspunkten gestaltet – mit einem immensen Aufwand. Auch die spektakuläre Glasfassade und das wellenförmige Dach waren teuer, die Glasfenster sind alle individuell gestaltet! Nicht zuletzt ruhte die Arbeit auf der Baustelle mehrere Monate lang komplett, weil sich die Stadt Hamburg und Hochtief nicht auf Nachzahlungen einigen konnten. Als das Gebäude im Januar 2017 eingeweiht wurde, war in der Stadt auch vor allem Erleichterung zu spüren: „Endlich ist das Ding fertig!“

Mein Fazit: Der Besuch in der Elbphilharmonie lohnt sich in jedem Fall. Die Architektur ist phantastisch, der Blick über die Stadt auch. Die Glasfassade sieht nie gleich aus, je nach Wetter spiegelt sie andere Farben von Himmel und Elbe wieder – das ist einfach wunderschön! Mit ein bisschen Planung lassen sich auch lange Wartezeiten vermeiden. Übrigens: Über Fahrstühle ist ein barrierefreier Zugang gesichert.

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Der schönste Blick auf Hamburg

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