Chocoversum – ein süßes Vergnügen

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, das Chocoversum in Hamburg nicht zu besuchen. „Das ist PR“, dachte ich mir, „dafür zahle ich nicht auch noch Eintritt.“ Doch dann schwärmte eine Freundin von ihrem Besuch in der Hachez-Show und ich brauchte ein Ausflugsziel für ein sehr verregnetes Wochenende. Also gut, dann gehe ich da mit meinen Gästen halt doch mal rein. Und muss seitdem zugeben: Das Chocoversum ist gut gemacht und bietet Besuchern ein ebenso interessantes wie süßes Vergnügen.

Zunächst einmal: Das Chocoversum ist kein richtiges Museum, sondern ein eher eine Show. Der Eintritt ist nur in Kombination mit einer 90-minütigen Führung möglich, nur reingehen und sich die Maschinen ansehen, geht nicht. Würde sich wohl auch nicht lohnen, denn die Ausstellung ist eher klein und es gibt nur wenige Dinge zu sehen. Aber die geführte Tour macht die Ausstellung im Chocoversum dann doch zu einem echten Erlebnis.

Wie schmeckt Schokolade?

Die Eintrittskarten sind für eine Tour zu einer vorgegebenen Uhrzeit gültig. Vorher treffen sich alle Teilnehmer an der Tour im Vorraum, wo sie von einem Guide abgeholt werden. Gleich zum Start gibt es an einem Brunnen das zu probieren, was in den nächsten anderthalb Stunden im Mittelpunkt stehen wird: Schokolade. Jeder Besucher erhält eine Waffel und darf sie in die süße, flüssige Schokolade tunken. hmmm – das fängt ja gut an.

Schokolade in allen Verarbeitungsstufen probieren

Während der Tour durch das Chocoversum selbst steht vor allem eine Frage im Vordergrund: Wie schmeckt Schokolade? Komische Frage. Jeder weiß doch, wie Schokolade schmeckt, oder? Stimmt nur halb. Im Chocoversum gibt es Schokolade in allen möglichen Verarbeitungsstufen und Varianten zu kosten. So kann jeder Besucher die Entwicklung des Geschmacks von der Kakaobohne (eher bitter) bis zur fertigen Schokolade (süß und cremig) nachvollziehen.

Von Anbau, Pflanzen und Transport

Im ersten Raum geht es – ganz chronologisch – los mit den verschiedenen Anbaugebieten in Afrika, Asien und Südamerika, mit den Kakaobäumen und dem Anbau der Kakaobohnen. Wir erfahren, welche klimatischen Bedingungen die Pflanzen brauchen und wieso die Bohnen an einem Baum heutzutage alle gleichzeitig reif werden. Dass es zwei verschiedene Kakaoarten gibt und was es mit dem „Edel“ vor manchen Schokoladensorten auf sich hat. Dabei bringt unsere Führerin in ihrem lebendigen Vortrag durchaus auch Kritik an den ökologischen und sozialen Bedingungen des Kakaoanbaus an – aber zu viel ist hier nicht zu erwarten, das hier ist halt auch ein ganzes Stück weit PR.

Die eigene Schokolade im Chocoversum kreieren

chocoversum – Schokolade zum Selbstverzieren

Eines der größten Highlights der Tour durch das Chocoversum wartet gleich an der zweiten Station auf uns Besucher: Wir dürfen unsere eigene Schokolade kreieren. Jeder Besucher bekommt nach Wahl eine Schokoladentafelform gefüllt mit flüssiger Vollmilch- oder Zartbitterschokolade und kann das Ganze nach Lust und Laune mit Zuckerstreuseln, Nüssen, Minimarshmellows usw. verzieren und aufpeppen. Insgesamt stehen 30 Zutaten zur Auswahl. Es soll Menschen geben, die versuchen, alle gleichzeitig auf eine Tafel zu bekommen – ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen. Ich entscheide mich für eher „erwachsene“ Zutaten: Kaffeebohnen, rosa Pfeffer und natürlich Salz. Leider gibt es kein Fleur de Sel – ich liebe Schokolade mit Fleur de Sel.

Nach ein paar Minuten sind alle Schokoladentafeln verziert, die Formen werden mit unseren Namen versehen und wandern anschließend zum Auskühlen in den Kühlschrank. Wir hingegen widmen uns im nächsten Raum nun endgültig dem Weg, den die Bohne von der Blüte bis zur Tafel hinter sich bringt.

Historische Maschinen in Aktion

Während die bisherigen Stationen eher etwas für Süßmäuler waren, kommen ab jetzt auch Technikfans auf ihre Kosten. Denn nun geht es um die spannende Fragen: Wie kommen die Bohnen aus den Anbaugebieten zu uns? Und wie wird aus den eher bitteren Kakaobohnen leckere und süße Schokolade?

Welche Aromen schmecke ich heraus?

Rösten, mahlen, mit Zucker mischen und zu einer weichen Masse verarbeiten, in Formen gießen und verpacken – all diese Arbeitsschritte werden (bis auf den Röstvorgang) an historischen Maschinen gezeigt, die vor unseren Augen (und teilweise ganz schön laut) im Einsatz sind. Jedes Mal gibt es das Ergebnis des Arbeitsschritt auch zu probieren – und das ist für mich, die ich leidenschaftlich gern koche – mehr als spannend.  Welche Aromen schmecke ich aus der gerösteten Bohne heraus (unter anderem Zimt, Pfeffer, Kaffee, Brombeere …), was schmecken die anderen Besucher? Wie fühlt sich die Schokoladen-Zucker-Masse auf der Zunge an? Was ist leckerer: Vollmilch oder Zartbitter? Okay, diese Frage lässt sich wohl abschließend nicht beantworten.

Interessantes rund um die Schokoladengeschichte

Ebenso spannend sind die Geschichten, die uns unsere Führerin erzählt. Wie wurde Schokolade in der Vergangenheit genossen und wer kam auf die richtige Zucker-Kakao-Mischung? Wieso ist Schokolade in England immer ein wenig körnig und wer erwickelte die Arbeitsschritte, die unsere Schokoladen so wunderbar cremig machen? Angesichts der vielen Informationen macht es mir als Besucherin nichts aus, dass es nur einige wenige Stationen zu sehen gibt. So bleibt mehr Zeit für ausführliche Erläuterungen. Die 90 Minuten, die die Tour durch das Chokoversum dauert, sind in jedem Fall schnell rum.

Ein echtes Highlight für Kinder

Am Ende der Tour bekommt dann jeder Besucher nicht nur ein kleines Täfelchen frisch aus der Verpackungsmaschine, sondern auch seine selbstgestaltete Schokolade ausgehändigt. Vor allem für Kinder ist das ein echtes Highlight, die meist knallbunt bestreuten Tafeln in der Hand zu halten.

Schokoladige Produkte in allen Varianten

Als Besucher verlässt man das Chocoversum – na klar – durch den Shop. Hier gibt es die ganze Palette der Hachez-Schokoladen zu kaufen, aber auch Schokoladen und schokoladige Produkte sehr vieler anderer Hersteller, viele davon aus Hamburg. Und da sind wirklich sehr ungewöhnliche Kreationen dabei: Schokoladensenf und Schokoladennudeln, Schokoladenbier und Schokoladentee. Dazu noch Pralinen, Rezeptbücher, Schlüsselanhänger in Schokoladentafelform … Vieles hat allerdings auch seinen Preis, aber gut, wer ein ungewöhnliches Geschenk sucht, wird hier im einiger Wahrscheinlichkeit fündig.

Öffnungszeiten

Der Zutritt nur über eine geführte Tour möglich, sie bestimmt die Besuchszeit. Die Touren werden übrigens auch auf Englisch und Dänisch angeboten.

Eintritt

Der Eintrittspreis richtet sich nach der Auslastung der gewählten Tour. Wer frühzeitig bucht oder einen wenig gebuchten Termin auswählt, zahlt weniger. Die höchste Preiskategorie kostet 17 Euro für Erwachsene und 12 Euro für Kinder zwischen 6 und 17 Jahren. Die niedrigste Preiskategorie liegt bei 12 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Kinder. Daneben gibt es noch Familienkarten und Rabatte für Inhaber der Budni-Card und der HVV-Card (Letztere allerdings nur an der Tageskasse).

Kinder bis 5 Jahre kommen kostenlos in das Chocoversum, allerdings muss gegebenenfalls die Tafel Schokolade zum Selbstgestalten extra hinzugebucht werden.

Die Buchung läuft über die Website des Chocoversums oder an der Tageskasse, an der es aber auch durchaus voll werden kann.

Anschrift

Das Hachez-Chocoversum liegt sehr zentral im Kontorhausviertel gegenüber dem Chilehaus. Die U-Bahnstation Meßberg (U1) befindet sich gleich nebenan, aber auch vom Hauptbahnhof aus ist es nicht weit.

Meßberg 1

20095 Hamburg

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Verkehr
per Fahrrad
Transit

(Stand: 04.02.2018)

2 Kommentare zu “Chocoversum – ein süßes Vergnügen

  1. Uii das wäre das Richtige für mich Schokofans! Merk ich mir doch glatt,danke für den Beitrag.

    LG aus Norwegen
    Ina

    http://www.mitkindimrucksack.de

    • Cordula Natusch

      Bitte, gern geschehen. Norwegen im Winter – das ist bestimmt schön. Viel Spaß dort.
      LG Cordula

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